Detoxing

Frühjahrsputz für Körper, Geist und Seele

Von Ajita Alexandra Gobrecht, veröffentlicht am , gekennzeichnet mit Detox, Yoga, Asanas, Ayurveda und Ernährung

gedrehtes Dreieck

Einige Schulmediziner bezweifeln die Existenz von Schlacken im Körper - unsere Entgiftungsorgane Leber, Lungen, Darm, Nieren, Lymphsystem, Blut und Haut würden alle Giftstoffe ausreichend abbauen. Viele Naturheilkundler und auch uralte Heiltraditionen wie Ayurveda betonen dagegen die Notwendigkeit, den Körper von Zeit zu Zeit bei der Entgiftung zu unterstützen. Und auch Fastenkuren gibt es schon seit Jahrtausenden. So beschrieb schon der griechische Arzt Hippokrates von Kos (ca 460 - 375 v. Chr.) die heilsame Wirkung des Fastens:

Die vornehmste und wirkungsvollste Art, Euren inneren Arzt wirken zu lassen, besteht im Weglassen aller Nahrung.

Was ist Detoxing?

Im Ayurveda versucht man zum Beispiel, den Organismus von Ama, d.h. Schlacken, Stoffwechselrückständen und Giftstoffen zu reinigen, um gesünder zu werden und seinen Energielevel zu heben. Viele kleinere Krankheiten versucht Ayurveda erst einmal durch eine Umstellung der Ernährung und Änderung der Lebensweise zu heilen. Bei Schlacken handelt es sich laut Naturheilkundlern um neutralisierte Säuren und Gifte, die als Stoffwechselabfallprodukte ins Körpergewebe eingelagert werden, weil sie nicht vollständig ausgeschieden werden können. Einige Schlacken werden zum Beispiel ins Bindegewebe (d.h. die Faszien) eingelagert, was in unserem Körper eine wichtige Funktion beim Transport von Stoffwechselprodukten hat. Mit entsprechenden Yogaübungen (und auch anderen Bewegungsformen) sowie basischer Ernährung kannst Du den Körper dabei unterstützen, diese Giftstoffe auszuscheiden. Danach fühlst Du Dich vitaler, hast wieder mehr Energie und strahlst möglicherweise sogar von innen heraus.
Vielleicht ist es das Beste, wenn Du Dir Deine eigene Meinung bildest und durch Beobachten und Ausprobieren herauszufindest, was Dein Körper gerade braucht und was ihm guttut. Schaden kann so ein Frühjahrsputz für Körper, Geist und Seele jedenfalls nicht.

Detox Yoga

Beim Entschlacken helfen alle Drehhaltungen, zum Beispiel der Drehsitz oder das gedrehte Dreieck im Bild oben, da sie die Bauchorgane anregen. Auch Asanas, die den Bauch massieren tun jetzt gut, z.B. der Bogen oder die Kindhaltung. Mit Übungen wie dem Sonnengruß und auch dem Schulterstand regen wir unseren Stoffwechsel, die Durchblutung und den Lymphfluss an. Atemübungen wie Kapalabhati oder die Wechselatmung werden von Yogis gern genutzt - schließlich entgiften wir auch über unsere Lungen und unseren Atem. Detoxing bedeutet für mich persönlich nicht nur körperlich zu entgiften, sondern auch zu entstressen, zu entspannen. Shavasana, d.h. eine gemütliche Endentspannung, z.B. mit einer Phantasiereise, tut hier richtig gut.
Nicht nur mit Yoga, auch mit Bewegung an der frischen Luft kannst Du Deinem Körper etwas Gutes tun - probier doch einmal einen längeren flotten Spaziergang aus, eine Radtour, Bergwanderung oder Nordic Walking Runde.

Basische Ernährung

Man muss nicht gleich eine harte mehrwöchige Fastenkur machen, um zu entgiften. Auch ein Detox-Tag oder eine Umstellung auf eine eher basische Ernährung bringen sehr viel. Basische Lebensmittel sind solche, die basisch im Körper wirken im Gegensatz zu den säurebildenden Lebensmitteln. Den Basenspiegel unseres Körpers können wir zum Beispiel durch folgende Nahrungsmittel erhöhen: Kartoffeln, Gemüse, Salat, Wildkräuter, Sojabohnen, Tofu, Obst (in moderaten Mengen), Beeren, Trockenfrüchte, Mandeln und Mineralwasser. Auch saures Obst und sogar Zitronen wirken basisch in unserem Körper. Das liegt an ihrem hohen Gehalt an basischen Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen etc.
Eine wirkungsvolle Basenkur ist auch, jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen einen Teelöffel Heilerde (zur inneren Anwendung) in einem Glas Wasser zu verrühren und auf nüchternen Magen zu trinken. Vor dem Frühstück sollte noch mindestens eine Stunde vergehen, damit die Heilerde ihre Wirkung im Körper entfalten kann: Mit ihren Mineralien und Spurenelementen reinigt und desinfiziert sie unseren Darm und kurbelt seine Muskelbewegungen, die Darmperistaltik an. Sie wirkt als natürlicher Ballaststoff und bindet überschüssige Magensäure sowie Fäulnis und Gärungsgifte. Auch über den Tag verteilt viel zu trinken, z.B. Mineralwasser, warmes Wasser oder ungesüßten Tee, hilft dem Körper beim detoxen. Für einen Detox-Tag kannst Du auch einmal die basische Gemüsesuppe aus unserer Rezeptesammlung ausprobieren.

Detoxing für Geist, Herz und Seele

Traditionell kümmert man sich bei Fastenkuren ja nicht nur um seinen Körper, sondern auch um Geist und Seele. Und so inspiriert mich das Thema Detoxing zum bewussteren Umgang mit allem, was ich in mich reinlasse. Das betrifft nicht nur die Ernährung, sondern auch meinen Medienkonsum, meinen Umgang mit anderen Menschen etc. Wenn ich bewusst wahrnehme, was mir davon nicht (mehr) gut tut, dann motiviert mich das auch, auf einige Dinge davon in Zukunft zu verzichten. Ich will gar nicht alle sozialen Medien oder Nachrichtensendungen verteufeln; es geht mir um einen bewussteren Umgang damit: Wenn ich feststelle, dass ich schlecht schlafe, wenn ich abends um elf Uhr noch die News zu den neuesten Weltkrisen checke, dann lasse ich das eben um diese Uhrzeit in Zukunft einfach mal sein.
Alte Gewohnheiten über Bord zu werfen, weil sie mir nicht mehr guttun, kann sehr befreiend wirken und mir mehr Energie für neue Herzens-Projekte schenken. Wenn ich wieder mehr meiner Intuition folge und mir Zeit für Dinge nehme, die mir wirklich guttun, dann bringt das nicht nur meinen Körper, sondern auch meinen Geist und meine Seele ins Gleichgewicht. Dann beginne ich in jeden einzelnen Tag wieder mit mehr Energie und Lebensfreude.