Yoga und Ayurveda

Gemeinsame Wurzeln, unterschiedliche Intentionen

Von Ajita Alexandra Gobrecht, veröffentlicht am , gekennzeichnet mit Yoga, Ayurveda und Ernährung

Buddha am Meer zwischen Steinen

Yoga und Ayurveda wurzeln in derselben Philosophie und obwohl sie unterschiedliche Stoßrichtungen haben, ergänzen sie einander ganz wunderbar. Beide gehen auf die Samkya-Schule der vedischen Philosophie zurück, d.h. sie bauen auf den wesentlichen Ideen der Veden und Upanishaden auf. Mehr zum Thema Vedanta gibt es in diesem Blogartikel.

Definition von Ayurveda und Yoga

Ayurveda ist die Wissenschaft vom (langen) Leben und beschäftigt sich mit Gesundheit, Wohlbefinden, Heilwissen und Selbstheilung, aber auch typgerechter Ernährung. Es geht im Ayurveda nicht nur darum, Krankheiten zu heilen, sondern auch darum, in Harmonie zu leben und sich entsprechend zu ernähren, sodass Krankheiten erst gar nicht entstehen.

Yoga beinhaltet nicht nur das bei uns im Westen so beliebte Körpertraining, sondern auch die Meditation und strebte ursprünglich einmal nach nichts Geringerem als der Erleuchtung. Man kann Ayurveda auch als Fundament von Yoga betrachten: Ayurveda reinigt Körper und Geist und Yoga dient der Selbstverwirklichung, der Transzendierung von Körper und Geist.

Ganzheitliche Sichtweise

Beide haben sich zusammen aus der vedischen Kultur heraus entwickelt, der ältesten Hochkultur der Menschheit. Yoga und Ayurveda haben sich gegenseitig beeinflusst und wurden / werden noch heute zusammen angewendet. So können Yogaübungen Teil einer ayurvedischen Behandlung sein. Vereinfacht gesagt machen ungefähr fünfzig Prozent von Ayurveda das aus, was man in sich aufnimmt (Ernährung etc.) und fünfzig Prozent das, was man tut (insbesondere Bewegung, Asanas etc.). Yoga und Ayurveda sind beide ganzheitlich, d.h. sie fördern die körperliche, geistige und seelische Gesundheit.

Ernährung im Yoga und Ayurveda

Beide bevorzugen eine vegetarische Ernährung. Die yogische Nahrung ist tendenziell eher asketisch, beinhaltet Fasten und mehr Rohkost, da es den Yogis im alten Indien ja darum ging, das Körperbewusstsein zu transzendieren und sich vom Körper zu lösen, um die Erleuchtung zu erlangen. Die ayurvedische Ernährung dagegen ist nahrhaft, bekömmlich und die Nahrungsmittel werden überwiegend gekocht. Die Mahlzeiten werden passend für den jeweiligen Konstitutionstyp zubereitet. Nach ayurvedischer Philosophie gibt es drei Doshas, d.h. grundlegende Funktionsprinzipien / biologische Qualitäten: Vata, Pitta und Kapha. Sie geben Aufschluss über die konstitutionellen Anlagen eines Menschen, seine derzeitige körperliche und psychische Verfassung und seine individuelle Natur. Vata (Wind) steht für alles trockene, leichte, kühle, Pitta (Feuer) für alles heiße, leichte, ölige und Kapha (Wasser) für alles schwere, ölige, kühle.

Mit einer Beschreibung der drei Doshas könnte man ganze Bücher füllen. Kurz zusammengefasst: Gesundheit bedeutet im Ayurveda, dass sich die drei Doshas in einem harmonischen Gleichgewicht befinden. Sind sie nicht im Gleichgewicht, versucht man mit typgerechter Ernährung, aber auch vielen anderen Methoden die Balance wiederherzustellen. Heilkräuter und naturheilkundliche Verfahren etc. werden in beiden Traditionen angewandt.

Prana

Das verbindende Element zwischen Yoga und Ayurveda ist das Konzept von Prana, der Lebensenergie oder Lebenskraft. Ein Beispiel: Gesunde Nahrung ist die Nahrung, die das meiste Prana enthält: vegetarisch, vollwertig, biologisch angebaut, aus der Region, mit Liebe und in Ruhe zubereitet und typgerecht zusammengestellt. Wenn wir Prana harmonisieren bzw. Blockaden im Energiefluss beseitigen, dann geht es uns gut, dann fühlen wir uns vital und voller Energie. Dann strahlen wir von innen heraus.

Prana ist der ursprüngliche Lehrer der Yogastellungen. Ein echter Yogalehrer weckt also das Prana in seinem Schüler und erklärt ihm nicht nur, wie man die Gliedmaßen verrenkt.

Dr. David Frawley, Yoga und Ayurveda. Die uralte Kunst und Wissenschaft der spirituellen und psychosomatischen Integration, Windpferd Verlag Oberstdorf, 3. Auflage 2015

Zuletzt geändert am 10. März 2019, Du kannst diesen Beitrag via Email kommentieren

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