Meditation tut gut

Wie regelmäßiges Meditieren wirkt

Von Ajita Alexandra Gobrecht, veröffentlicht am , gekennzeichnet mit Meditation, Yoga, Wirkung und Gesundheit

Meditation

Anfangs kostet es Überwindung und viel Disziplin, jeden Tag zu meditieren. Dann sitzt man da auf seinem Kissen, das Knie oder der Rücken tut einem weh, der Geist schweift ständig ab und man würde am liebsten sofort wieder aufspringen und eine der vielen Aufgaben des Tages in Angriff nehmen. Alles erscheint einem verlockender als da zu sitzen, mit geschlossenen Augen, und sich in Achtsamkeit und Nichtstun zu üben. Aber sitzenbleiben und dranbleiben lohnt sich.

Meditation gegen Stress und Entzündungen

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßige Mediation gegen Stresssymptome helfen kann: Die Konzentration des Stresshormons Kortisol im Blut kann gesenkt und Ruhe und Gelassenheit gefördert werden. Wer regelmäßig meditiert, kann damit seinen Blutdruck und Ruhepuls senken und präventiv etwas gegen Herzkrankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall tun. Auch die Muskeln können vom konsequentem Meditieren profitieren: Der Ruhetonus der Skelettmuskulatur kann gesenkt, die Muskeldurchblutung erhöht werden. Man fühlt sich einfach entspannter, verfällt weniger schnell bzw. seltener in den Flucht-Kampf-Mechanismus oder ähnliche Stressreaktionen.

Auch die Entzündungsmarker im Blut können durch die Meditationspraxis gesenkt werden, Entzündungsreaktionen vermindert werden. Meditation kann Erkältungen vorbeugen bzw. ihre Dauer verkürzen und das Immunsystem stärken.

Meditation für die Leistungsfähigkeit

Versuche mit Leistungssportlern zeigen, wie sie durch Meditation ihre Leistungsfähigkeit verbessern konnten: Ihre Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung stieg, sie konnten effektiver mit ihren Emotionen und Gedanken umgehen, Stress- und Angstgefühle reduzieren und leichter in einen Flow-Zustand gelangen. Um davon zu profitieren, muss man keinen Leistungssport treiben; diese positiven Effekte kann jeder von uns im Alltag gut gebrauchen.

Meditation gegen Schmerzen

Wer jeden Tag meditiert, kann damit sogar Schmerzen bzw. sein subjektives Schmerzempfinden lindern, die Wirkung von Schmerzmitteln unterstützen und seine Schmerzempfindlichkeit herabsetzen. Es gibt wissenschaftliche Studien, in denen Meditation gegen Kopfschmerzen, Migräne und auch chronische Rückenschmerzen erfolgreich eingesetzt wurde.

Meditieren um mental jung zu bleiben

Andere Studien zeigen, dass Menschen, die über viele Jahre meditieren, ein jüngeres Gehirn haben. Meditation scheint den Alterungsprozess unseres Gehirns zu verlangsamen. Meditation kann Gedächtnisverlust vorbeugen bzw. ihn, wenn er bereits aufgetreten ist, aufhalten. Erinnerungsvermögen und kognitive Leistungen verbessern sich. Und alle, die bereits meditieren wissen, dass es uns offen bleiben lässt für Neues und für Veränderungen.

Meditation zur Verbesserung der eigenen Stimmung

Meditierende wirken nicht nur ausgeglichener und gelassener, sie sind es auch. Eine Studie an Mönchen des Dalai Lama, deren Gehirne im Magnetresonanztomographen untersucht wurden, zeigte, dass Meditation deren Gehirne deutlich verändert hatte. Das wirkt sich nicht nur während der Meditation, sondern durchgehend auf das Denken und Fühlen, auf die gesamte Persönlichkeit der Mönche aus. Die Forscher konnten u.a. eine höhere Aktivität im linken Frontalkortex der Mönche nachweisen: Eine Hirnregion, die für eine positive, affektive Grundstimmung und heitere Ausgeglichenheit steht. Glück und Gelassenheit lassen sich erlernen und trainieren lautet das Fazit.

Meditation fördert auch die Verbindung zwischen Hirnarealen, die zur Emotionskontrolle und Selbstregulation beitragen. Meditierende sind ausgeglichener und bleiben in vielen Situationen emotional gelassener.

Meditation schafft Raum

Meine persönliche Erfahrung mit der täglichen Meditation ist, dass nach und nach ein Raum entsteht zwischen unvorhersehbaren Ereignissen und meiner eigenen Reaktion darauf. Zwischen Reiz und Reaktion entsteht eine wohltuende Lücke, ein Raum für konstruktive Antworten. Falsche und stressige Identifikationen lösen sich nach und nach auf. Ein kleines Beispiel: Mein Mann lässt versehentlich meine Lieblingstasse fallen, sie zerbricht in tausend Scherben. Aber ich muss nicht sofort darauf reagieren, ich kann die Situation erst einmal neutral beobachten. Ich schaue mir die Scherben am Boden an, werde weder wütend noch traurig. Ich habe die Zeit und die Gelassenheit, mir bewusst zu machen, wie gut es mir doch eigentlich geht und dass nichts Schlimmes passiert ist. Ich nehme meinen Mann in den Arm und lache mit ihm gemeinsam über das Missgeschick.

Fazit

In spirituellen Traditionen, in denen schon seit Jahrtausenden meditiert wird, weiß man seit jeher um die positiven Effekte der Meditationspraxis. Nach und nach findet die Wissenschaft Beweise für dieses uralte intuitive Wissen. Probier es einfach selbst aus. Wenn Du eine Zeit lang täglich meditiert hast, wirst Du die positiven Auswirkungen auf Dich und Dein Leben spüren und weitermachen wollen. Im nächsten Blogbeitrag erfährst Du mehr über einzelne Meditationstechniken. Da ist garantiert auch eine für Dich dabei.

Zuletzt geändert am 1. Mai 2019, Du kannst diesen Beitrag via Email kommentieren

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