Pranayama

Atemübungen im Yoga

Von Ajita Alexandra Gobrecht, veröffentlicht am , gekennzeichnet mit Pranayama und Meditation

Buddha am Strand im Winter

Vielleicht bist Du Yoga Anfänger und hast Dich in einer Deiner ersten Stunden gefragt, was diese merkwürdigen Atemübungen bringen sollen? Dann geht es Dir wie mir, als ich vor gut elf Jahren meine erste Hatha Yoga Stunde besucht habe. Die Asanas (Körperübungen) tun gut, das spürt man sofort. Aber durch das linke Nasenloch einatmen, den Atem anhalten, durch das rechte Nasenloch ausatmen, anhalten, durch das rechte Nasenloch wieder einatmen, den Atem anhalten und dann durch das linke Nasenloch ausatmen? Was soll das bewirken?

Pranayama - eine Begriffserklärung

Der Begriff Pranayama setzt sich zusammen aus Prana = Atem, Lebensenergie und Ayama = regulieren, erweitern. Ziel von Pranayama ist nicht nur die Kontrolle des Atems während der Übungen, sondern die Zusammenführung von Körper und Geist. Es gibt eine enge Beziehung zwischen kognitiven und physiologischen Prozessen im menschlichen Körper, z.B. wird Deine Atmung flacher und schneller, wenn Du Stress oder Angst empfindest. An Meditierenden kann man beobachten, dass ihr Atem sehr langsam und ruhig fließt; sie nehmen wesentlich weniger Atemzüge pro Minute als ein Mensch unter Stress.

Zwischen Deinem Atem und Deinem Geist (Deiner psychischen Verfassung) gibt es also einen direkten Zusammenhang. Und der funktioniert auch in die andere Richtung: Wenn ich mit einer Übung meinen Atem beruhige, ihn tiefer und gleichmäßiger werden lasse, dann wird auch mein Geist ruhiger, ich entspanne mich und kann mich wieder besser konzentrieren. Viele Menschen wenden die Wechselatmung (die Übung, die oben in der Einleitung beschrieben wird) erfolgreich bei Prüfungsangst oder Lampenfieber an.

Ziel von Pranayama

Wir alle atmen in unserem Alltag zu kurz und zu flach, wir schöpfen gar nicht das volle Atemvolumen aus, das uns möglich wäre, z.B. wenn wir unseren Oberkörper über den Computer oder das Smartphone beugen und damit den Brustkorb verengen. Durch die Atemübungen, durch die bewusste Lenkung unseres Atems, können wir nach und nach ungesunde Atemgewohnheiten verändern. Besonders das langsame und gleichmäßige Ausatmen müssen wir üben. Im Alltag, z.B. wenn wir unter Stress stehen, atmen wir zu viel und zu hektisch ein und zu kurz und zu wenig aus. Mit der Wechselatmung kann man das verbessern: Bei jedem Atemzug wird mitgezählt und das Verhältnis zwischen Ein- und Ausatmung beträgt 1:2. Eine lange, tiefe Ausatmung tut unglaublich gut. Das Einatmen geschieht dann wie von selbst. Vereinfacht gesagt: Je mehr verbrauchte, kohlendioxidhaltige Luft wir ausatmen, desto mehr frische, sauerstoffreiche Luft können wir danach wieder einatmen. Und Sauerstoff benötigt jede einzelne Zelle unsers Körpers.

Wirkungen

Mit der Wechselatmung kannst Du Deinen Geist zur Ruhe bringen, Deine Konzentrationsfähigkeit steigern, emotionelle Ungleichgewichte ausgleichen, Ängste in den Griff bekommen. Du aktivierst damit Deinen Parasympathikus, eine Komponente des vegetativen Nervensystems, die für Ruhe und Erholung zuständig ist. Wenn Du regelmäßig Atemübungen machst, vergrößern sich Dein Atemvolumen und Deine Lungenkapazität, Dein Atem wird länger und feiner, Du kannst Deinen Blutdruck und Deinen Puls senken. Durch das Anhalten des Atems trainierst Du Deine Lunge und Dein Herz-Kreislaufsystem. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Atemübungen im Yoga, die hier nicht alle erklärt werden können. Aber die Wechselatmung ist meist eine gute Basis.

Du kannst die Wechselatmung auch vor dem Schlafengehen üben, wenn Du abends noch unruhig bist und schlecht einschlafen kannst. Nach der Wechselatmung fühlt man sich ruhig und ausgeglichen, konzentriert und entspannt. Probier es doch einfach mal aus. Vielleicht magst Du sogar noch einige Minuten Meditation anschließen - jetzt ist Dein Geist perfekt darauf vorbereitet.

Zuletzt geändert am 11. Februar 2019, Du kannst diesen Beitrag via Email kommentieren

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